Schon zu den Zeiten der alten Griechen war Bildhauerei ein beliebtes Mittel, die Schönheiten des menschlichen Körpers zum Ausdruck zu bringen. Bekannte Skulpturen wie die der Aphrodite zeugen davon, und nicht wenige haben sogar die Ehre erlangt, eines der sieben Weltwunder zu sein, zum Beispiel der Koloss von Rhodos oder die Zeusstatue des Phidias. Anscheinend ist der Drang, etwas Kolossales zu schaffen, immer noch vorhanden. Doch ob diesem Drang auch entsprechender Ausdruck gegeben wird, ist in den Kantikreisen umstritten. Wobei, der Ausdruck „kolossal“ ist auch relativ. Wie dem auch sei – ein kolossales Beispiel sind die drei Statuen in unserer geschätzten Schule. Nunja, trifft es der Begriff „kolossal“ überhaupt? Man könnte sagen, sie seien kolossal geschmacklos. Also wäre dieser Teil geklärt. Nun zum wesentlichen Teil: was sollen diese Statuen denn bezwecken? Sollen sie etwa…
- …Schön sein?
Ziel verfehlt. Definitiv. - …Werte vermitteln?
Nunja, öh - Liebe machen in der Schule? - …Schüler anlocken?
„Oh toll, kommt alle in die KSR – dort gibt’s Nacktstatuen zum anfassen!“ - …Eltern abschrecken?
„So etwas niveauloses und obszönes dürfen unsere Kinder nicht anschauen!“
Und den Schülerzufluss fördert letzteres auch nicht übermässig. Aber, wenn man es sich recht überlegt, hat unser Herr Rektor keine weiteren zahlenden Schüler mehr nötig, denn für den Geldhaushalt scheint schon Jahre im Voraus ausgesorgt zu sein… Wäre zumindest eine logische Schlussfolgerung wenn man mit ansieht, wie Kuben abgerissen werden, nur um wieder aufgebaut zu werden. Oder ist das eine neue Art, auf zerstörerische Weise Aggressionen abzubauen? Es gibt da auch weniger gewalttätig-kostspielige und sogar kreative Varianten dafür, zum Beispiel Kunst. Und wenn man schon Kubusfetischistisch ist, kann man sich ja dem Kubismus widmen. Ich denke zwar nicht, dass sich die oben genannten "Statuen" dem Kubismus zuordnen lassen (wenn sie sich überhaupt irgendwo zuordnen lassen); jedenfalls sehen sie schwer nach ausgelebten Gewalttätigkeitstrieben aus…
