Dienstag, 25. August 2009

Höhepunkte menschlicher Kunstkultur

Schon zu den Zeiten der alten Griechen war Bildhauerei ein beliebtes Mittel, die Schönheiten des menschlichen Körpers zum Ausdruck zu bringen. Bekannte Skulpturen wie die der Aphrodite zeugen davon, und nicht wenige haben sogar die Ehre erlangt, eines der sieben Weltwunder zu sein, zum Beispiel der Koloss von Rhodos oder die Zeusstatue des Phidias. Anscheinend ist der Drang, etwas Kolossales zu schaffen, immer noch vorhanden. Doch ob diesem Drang auch entsprechender Ausdruck gegeben wird, ist in den Kantikreisen umstritten. Wobei, der Ausdruck „kolossal“ ist auch relativ. Wie dem auch sei – ein kolossales Beispiel sind die drei Statuen in unserer geschätzten Schule. Nunja, trifft es der Begriff „kolossal“ überhaupt? Man könnte sagen, sie seien kolossal geschmacklos. Also wäre dieser Teil geklärt. Nun zum wesentlichen Teil: was sollen diese Statuen denn bezwecken? Sollen sie etwa…

  • …Schön sein?
    Ziel verfehlt. Definitiv.
  • …Werte vermitteln?
    Nunja, öh - Liebe machen in der Schule?
  • …Schüler anlocken?
    „Oh toll, kommt alle in die KSR – dort gibt’s Nacktstatuen zum anfassen!“
  • …Eltern abschrecken?
    „So etwas niveauloses und obszönes dürfen unsere Kinder nicht anschauen!“

Und den Schülerzufluss fördert letzteres auch nicht übermässig. Aber, wenn man es sich recht überlegt, hat unser Herr Rektor keine weiteren zahlenden Schüler mehr nötig, denn für den Geldhaushalt scheint schon Jahre im Voraus ausgesorgt zu sein… Wäre zumindest eine logische Schlussfolgerung wenn man mit ansieht, wie Kuben abgerissen werden, nur um wieder aufgebaut zu werden. Oder ist das eine neue Art, auf zerstörerische Weise Aggressionen abzubauen? Es gibt da auch weniger gewalttätig-kostspielige und sogar kreative Varianten dafür, zum Beispiel Kunst. Und wenn man schon Kubusfetischistisch ist, kann man sich ja dem Kubismus widmen. Ich denke zwar nicht, dass sich die oben genannten "Statuen" dem Kubismus zuordnen lassen (wenn sie sich überhaupt irgendwo zuordnen lassen); jedenfalls sehen sie schwer nach ausgelebten Gewalttätigkeitstrieben aus…

Dienstag, 18. August 2009

Fahrenheit 451

Ein kluges Buch hat er geschrieben, der Ray Bradbury. Und der Titel ist geradezu genial, trifft er doch genau die Umstände an der KSR… Jedenfalls kommt es einem vor es wären sogar mehr als 451°F denen man sich in den Klassenräumen stellen muss. Eine schwüle, drückende Hitze breitet sich in den Gängen und Zimmern aus, verschliesst Mund und Nase, füllt die Lungen. Man schnappt buchstäblich nach einem winzigen bisschen kühler Luft. Man versucht, mit verschiedensten Büchern und Blättern einen Luftzug zu erzeugen, um die Glut auch nur ein bisschen zu vermindern.

Nichts hilft.

Mit leeren Augen schleppt man sich von Zimmer zu Zimmer, sitzt die vorgeschriebenen Lektionen teilnahmslos ab, sehnt sich nach einer kalten Dusche. Die sengende Hitze drückt alles zu Boden. Eine Fliege krabbelt mühsam die Wand hoch; es fällt ihr sichtlich schwer die Beine anzuheben. Sogar die Klimaanlage hat den Geist aufgegeben…

Moment.

Welche Klimaanlage?

Mich laust der Affe! Da gibt der Rektor doch tatsächlich ein halbes Vermögen aus, um den Kubus abzureissen und wieder neu aufzubauen, während seine Schüler jämmerlich verschmachten… Den Kubus, den sowieso alle Welt hasst und der dazu führt, dass man die Fünfminutenpause verlängert und somit alle Unterrichtszeiten verstellt werden. Den Kubus, der so abseits liegt dass man eine Eisenbahnstrecke dahin bauen könnte. Den Kubus, ohne welchen wir dieses Jahr problemlos klarkommen. Den Kubus schliesslich, wo man die Welt ab Sommer 2010 mit einer neuen Kantistopfiliale verpesten wird! Da bricht doch einem schon beim blossen Gedanken daran der kalte Schweiss aus. Naja, zumindest eine Abkühlung…

Freitag, 14. August 2009

ein Überlebender von Alocaust erzählt

Heute machte unsere Redaktion einen Ausflug zu einem wahren Helden: Tschumpeli, einem Überlebenden von Alocaust (wie schon im Titel vermerkt) und dem Gründer dieses Blogs. der einzige, der sich nicht unterkriegen liess. Wie die die Umstände im Kantitrationslager zu seiner Zeit waren…

Schön zu sehen, dass auch nach einem solch grossen Verlust wie mir sich die Kanti-Welt trotzdem weiter dreht. Die Frage ist nur wie?! - Denn jeder Protagonist braucht seinen Antagonisten, und eben genau dieser fehlt dem Führer im Moment, oder doch nicht? - Immerhin gibt es bereits eine neue Blog-Hoffnung.

Ja es war nicht immer einfach, gegen Windmühlen zu kämpfen und bisweilen sogar lästig. Was ist mir dadurch nicht alles entgangen: Angefangen vom feuchten Händedruck, über das aufgesetzte Grinsen bis hin zu den ebenso banalen wie beinahe schon zynischen Glückwünschen für die Zukunft - vor allem in Anbetracht des ETH-Rankings. Wahrlich war das für mich ein grosser Verlust, dass ich nicht die rechte oder linke Hand des Gurus sein konnte. Aber immerhin habe ich dafür einen anderen Verlust vermeiden können; den Verlust meiner Freiheit. Jaja, das ganze mag etwas gar pathetisch klingen, in Anbetracht der Situation. Aber wie oft ich mich mit dem, zugegeben sehr angestaubten, Establishment herumschlagen musste sprengte sogar bei mir die Rekorde. Zugegeben, ich war noch nie der Ja-Sager und damit schon oft das enfant terrible, aber derartige Missstände habe ich selten erlebt. Und das wo man doch gleichzeitig die heile Welt vorbetet. Nein, es gibt keine Probleme, das Essen ist gesund und lecker, Barfusslaufen ist weder unangemessen, noch unhygienisch und die Lehrer sind motiviert und qualifiziert. Meine Güte, da fällt mir gerade ein: Wo ist eigentlich „Comical Ali“ geblieben?! Jetzt sagen Sie bloss, Sie kennen Muhammad as-Sahfar a.k.a Comical Ali a.k.a Bagdad-Bob nicht! - Skandal! Wo Sie zur Schule gegangen sind, müssen wir demnach nicht fragen. Wie heisst das noch gleich: Stadt am Wasser bzw. Mocmoc-City. Mehr darf ich aus juristischen Gründen nicht verraten.

Nun denn: Comical Ali war irakischer Informationsminister und hat seinen Spitznamen verdient, als er noch den Sieg der irakischen Truppen verkündete, als bereits im Hintergrund amerikanische Panzer durchs Bild fuhren. Was ist eigentlich aus ihm geworden? - Na klar, der hat eine Gesichts-OP und den Posten als Rektor in der Kanti von Mocmoc-City bekommen. Da glaube ich eher, dass wir das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind. Vielleicht sind wir nicht „The Beautiful“, vielleicht auch nicht „God‘s own country“ und ganz sicher nicht „Everybody‘s Darling“ aber dafür „The Beast“ und wie erwähnt: das Land der unbegrenzten Möglichkeiten...

In all der Zeit habe ich so manchen Kampf austragen müssen, und auch einige Niederlagen einstecken müssen. Einige gewollt, einige ungewollt und wiederum einige taktisch sinnvoll. Manchmal habe ich es absichtlich darauf angelegt. Und manchmal habe ich mich zu sehr auf den Kampfgeist einiger (vermeintlicher) Mitstreiter verlassen, die dann doch im Schweisse Alos Angesichts den Mut verloren. Oder vermochte sie vielleicht der böse Blick einzuschüchtern?

Wie auch immer. Letztlich habe ich den Alocaust doch noch gut überstanden. Natürlich mit dem Resultat keinen Händedruck und keine Grussworte vom Führer zu erhalten und natürlich nicht mehr ins ISY (Information System to Yawn), Gott gelobtes System, zu kommen - geschweige denn auf die MyPage-Seite. Oder war das doch nicht beabsichtigt und es funktioniert einfach wieder mal nicht?! - Also meine Erfahrung sagt mir, dass es wohl letzteres sein wird. Obschon meinem Ego wohl ersteres lieber wäre.

Schöne Grüsse an meinen Partner mit der Kalten Schnauze...

Tschumpeli

Donnerstag, 13. August 2009

das Gebiet der unbegrenzten Möglichkeiten

verschiedene Arten, den Unterricht spannender zu gestalten:

  • andere zu Testzwecken mit Reiskönern/ Papierkügelchen bewerfen - schliesslich würde man doch keine Tierchen quälen!
  • Sich melden und sagen: "Reden Sie schneller oder geben Sie mir ein Kissen!"
  • eine Demonstration starten mit dem Motto "kein Schlafen im Schulunterricht!"
  • provokativ gähnen
  • so tun als würde man schlafen
  • schlafen
  • fragen ob Napoleon eine fiktive Person war
  • "aufs WC gehen" und mit Esswaren zurückkommen
  • Karten spielen
  • den Electronic Translator sprechen lassen
  • 'TicTacToe'/ 'Vier gewinnt' mit dem Banknachbar spielen und bei jedem Sieg ein geflüstertes, aber deutlich hörbares "JA!" von sich geben
  • die Redeweise des Lehrers beim Antworten nachäffen
  • fragen ob man in den Arrest darf
  • auf ein "Ja" mit dem Argument "ich bin allergisch gegen Hausabwartshaare!" abwinken
  • in einem Satz mindestens fünf Mal "yo" sagen
  • eine Diskussion zum Thema "unser Rektor" eröffnen
  • aufstehen und die Hände desinfizieren
  • im Matheunterricht "drei und drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune" singen
  • sich eine Festung aus Schulbüchern bauen
  • "ich sehe was, was du nicht siehst" spielen und den Lehrer beschreiben
  • wenn beim Vorlesen die Stelle "mein Name ist" (u.ä.) kommt, statt des Namens "Scheisse" sagen

Dienstag, 11. August 2009

Krieg den Viren!

Die Kantonsschule Romanshorn. Eine Festung der Gesundheit im Meer der Krankheiten. Ein Virenfriedhof im wahrsten Sinne des Wortes. Wo an anderen Orten schlimme Seuchen wie Schweinegrippe und Vogelgrippe um sich greifen, bleibt sie unangetastet. Nunja, um ehrlich zu sein, nicht ganz...

Mit Stentorenstimme dröhnte es gestern vom Podium, wir haben es alle gehört. „Während Pandemiezeiten müssen wir spezielle Massnahmen ergreifen… Wir müssen grosse Menschenansammlungen vermeiden! Die Bänke werden so weit wie möglich auseinander gestellt, und in jedem Zimmer steht ab nun eine Flasche Desinfektionsmittel - wir bitten Sie, sich nach jeder Pause die Hände zu desinfiszieren […]“ Typisch. Und an die Selectaautomaten denkt wiedermal niemand. Da startet man Hundekotsackaktionen am Kantistop (der ohnehin schon verseucht ist, dem Essen nach zu urteilen), während alle Schüler die von Viren, Bakterien und anderen Kleinstlebewesen wimmelnden Knöpfe berühren und von der Schweinegrippe hingerafft werden…

Und während aller Augen auf die ersten Opfer gerichtet sind, merkt niemand was in den Aufenthaltsräumen vorgeht: unsere Schule ist definitiv verhext! Da stehen hie und da doch tatsächlich Flaschen Desinfektionsmittel, die nie leer zu werden scheinen… Damit bloss die kannibalistischen Minderheiten unter den Eltern davon nicht erfahren, sonst wird unser werter Herr Rektor der Hexerei schuldig befunden, viergeteilt und rituell verspeist. Was für ein Verlust! Und während das Desinfektionsmittel unangetastet und jungfräulich dasteht, werden neue Viren über die Computertastatur verbreitet. Und wieder einige unschuldigen Schüler, die an der Schweinegrippe erkranken.

Ein Wunder, dass sich noch keine Panik ausgebreitet hat; noch immer ist ab und zu ein Lacher zu hören. Oder ist dies eine Unterart des Hustens?

Montag, 10. August 2009

Ave Alo, ...

... die Todgeweihten grüssen dich! So mag es heute Morgen wohl aus der Mehrzweckhalle des Römershorner Kantonsschulimperiums getönt haben. 176 neue Gladiatoren. Ungeachtet der Todesgefahr stürmen sie in den Kampf, ausgeliefert den Gunsten und Missgunsten Alos des Mächtigen und seiner rechten Hand, Rudis des Herzoglichen. Noch ist ungewiss wer überlebt. Die Sklaventreiber, Senatoren, Statthalter und andere wichtige Persönlichkeiten (oftmals als Lehrer missverstanden) nehmen auf dem Podium Platz.
Nach und nach trudeln die Kämpfer in die Arena, ganz nach dem Motto "rein in die Höhle des Löwen". Zuerst die noch optimistischen Greenhorns, und dann, in einem zweiten Durchgang, die bereits mit dunkler Vorahnung erfüllten Westmans. Rudi schaut gezielt in die Menge und versucht, durch 'lustige' Mimik Aufmerksamkeit zu erregen. Bei den noch jungen und hoffnungsvollen Kriegern mag ihm das Sympathie eingebracht haben, doch die älteren und in Sachen Täuschungsmanöver erfahreneren Jahrgänge liessen sich nicht täuschen. Altes Goldgräbergesetz: Nicht alles ist Gold, was glänzt.
Da sassen sie alle, bereit für ein neues Jahr des Gladiatorendaseins. Wie wird es ausgehen? Wer wird überleben? Jeder ist nur von einem Gedanken besessen: Daumen hoch!